Grenzdebiler Bandname, grottiges Cover und ein Plattentitel straight aus dem Irrenhaus... Die japanischen Voyeure führen den Zuhörer zurück auf den steinigen Weg in die Neunziger, denn wie die äußerlichen Anzeichen richtig deuten: Hier wird neo-gegrunged bis Mutti das Holzfällerhemd wieder flicken und bügeln muss!
Unsere Wasser-Freunde sind ja bekanntlich nicht die Schnellsten, wenn es um das Komponieren neuer Straight-Edge-Hymnen inklusiver der "Positive Mental Attitude" geht, zogen doch zum Beispiel zwischen dem Major-Label-Gastspiel "Go!" und dem letzten Kracher "Nothing To Prove" mal eben sieben Jahre in das, sich stark veränderte, Hardcore-Land. Und gerade deswegen war das Album dann letztendlich so erfrischend und gelungen: Kurze, melodische Kracher, wie man sie fast für immer verloren geglaubt hatte...
Und so schließt sich der Kreis von hinten nach vorne über mitte links und noch mal rechts: es hagelt Hits Hits Hits – das bandintern zwischenzeitlich verhasste „7 Words“ markiert den dreckigen Rausschmeißer und versöhnt die Deftones mit einem nah am Fail gebauten Publikum und ja, auch mit ihrer eigenen Vergangenheit.
Fast schon eine self-fulfilling prophecy: Die COLD WAR KIDS gastieren in einem ehemaligen Luftschutzbunker, der heute unter anderem das Uebel & Gefährlich in Hamburg beheimatet. Mit ihrem neuen, nunmehr dritten Album „Mine is Yours“ im Gepäck spielen sie an einem zugigen Mittwochabend vor doch am Schluss noch vollem Haus ein intensives, wahnsinnig tightes Konzert. Hamburg, die Indie-Haupstadt, hat ihren jüngsten Nachwuchs in den vierten Stock des Betongebildes aus düsteren Zeiten entsandt, um sich ihre Seelen mit Soul streicheln zu lassen. Die COLD WAR KIDS sind alte Bekannte, haben sie doch genau hier auch ihr erstes von mittlerweile fünf Hansestadtgastspielen bestritten.
Trotz Cartoon-Optik (die blanke Brüste und abgetrennte Gliedmaßen en masse zelebriert) und augenzwinkerndem Humor gab es, genau wie bei der Vorlage, keine Jugendfreigabe. So dürfen Erwachsene „Afro Samurai“ gerne zum kurzzeitigen Frustabbau zu Rate ziehen.
„Diese verdammte Produktivität… Wohin mit all der Energie und meinen Songs?“, muss sich RANDY BRADBURY, seines Zeichens Bassist der MelodyCore-Urgesteine Pennywise, gefragt haben. Die Antworten gaben der Zufall und Freunde aus den Label-Umfeldern. So kann man den Mann jetzt in zwei Rollen auf einer CD erleben: Als Band in Personalunion unter dem Moniker 84 DAY SYNDROME und als Bassist von GLUE FACTORY.
“Living In A Shack In The Mountains Commanding A Legion Of Birds”
„Ich möchte die Leute nicht in die Irre führen. Wenn Ihr nach den nächsten RAGE AGAINST THE MACHINE sucht: “Dont look here!”.“