Es gibt frischen Stoff für die Nachwuchs-Mathematiker und Instrumental-Post-Rock-Liebhaber unter den werten Lesern. DON CABALLERO bringen nach „World Class Listening Problem“ ihr zweites Album der Neuzeit heraus. Und wie wir alle wissen ist DON CABALLERO das Brain-Child von Damon Che, ergo spielt das Erste-Sahne-Drumming von ebendiesem wieder die größte Rolle auf dem Album mit dem irreleitenden Titel „Punkgasm“. Denn Punk ist hier höchstens die Attitüde mit der auf Songkonventionen gepfiffen wird…
Es rumpelt an jeder Ecke, die Drums poltern wie aus dem Proberaum nebenan und Schreihals Ross Farrar brüllt seine Düster-Lyrics hemmungslos in die Welt hinaus. Pro-Tools? What the fuck!
Das ist Hardcore in seiner ursprünglichsten Form, man möchte fast den Begriff Black-Core erfinden, um die Attitüde des Bay Area Fünfers in Worte zu fassen.
„Es ist zwiegespalten: Du nimmst die Musik natürlich sehr, sehr ernst, aber ich war gerade in Wacken. Da hat sich niemand für Satan geopfert, höchstens so getan, als ob. Es sind Images zum Spaßhaben, genauso wie Du einen Horror- oder Action-Film anschaust, hast Du Songs über den Teufel oder Gewalt. Sehr wenige Bands nehmen dieses Image ernst. Und üblicherweise sind die, die ihre Imagepflege am Ernsthaftesten betreiben, Bands wie DEICIDE, am Ende eigentlich Fun Metal. Da kannst Du Dir ruhig ein Kreuz in die Stirn brennen, aber dann in der Kirche heiraten? Das ist nicht wirklich „evil“.“