Meta

Ort: Hamburg / Docks

Datum: 15.10.2008

Weiterführende Links:

DISTURBED

MySpace

SHINEDOWN

MySpace

Konzerte

Shinedown / Disturbed – Live in Hamburg 2008

Shinedown / Disturbed – Live in Hamburg 2008


Ordentlich, Herrschaften, ordentlich! Nachdem DISTURBED in den Staaten wohl zurzeit erfolgreichsten Alternative-Metal-Band aufgestiegen sind (die letzten drei Alben konnten sich jeweils einen Platz an der Spitze der LP-Charts erkämpfen), scheint sich die Fanschar auch in unseren Breitengraden zu vermehren. So spielten die Mannen um David Draiman und Don Donegan nicht einen Abend in dem größten Club am Kiez, nein auch der zweite Zusatztermin konnte fast annähernd ausverkauft werden. Und das bei Ticketpreisen um die 38 Euro (fast ein Schnäppchen bei den unverschämt hoch angesetzten Merchandisingpreisen! 30 Euro für ein Shirt!).
Aber was schert uns der schnöde Mammon, wenn der Entertainmentfaktor stimmt… Und den schauen wir uns nun einmal genauer an:

Auch am zweiten Tag in Don Donegans „favorite city“ (freuen Sie sich schon jetzt auf das bald folgende Interview!) machten die Label- und Sangeskollegen von SHINEDOWN den Anfang. Diese sind in den US of A auch schon lange keine Unbekannten mehr und mischen in den deutschen Alternative-Charts auch ganz vorne mit…

Sänger Brent Smith (dieser und Drummer Barry Kerch sind die einzigen Gründungsmitglieder im jetzigen Line-Up) ist Chef der amerikanischen Version der BACKYARD BABIES (dreiviertel der Look, einviertel die Musik) und auch beim Livevortrag wird dies mehr als deutlich. So gibt er die dirigierende, manisch agierende Frontsau und wirkt wie ein junger (stabiler gebauter) OZZY OSBOURNE (stimmlich kommen oft Erinnerungen an Corey Taylor oder Scott Weiland auf). Identisch der starre Blick, identisch die Gesten zur Publikumsanimation. Und das Publikum hat der Mann überraschend gut im Griff: Klatsch- und Springaufforderungen werden ohne Murren angenommen, der Applaus ist freundlich, die ersten Reihen singen mit (vor allen Dingen bei aktuellen Nummern wie „Devour“). Für mich überraschend, da die Band bisher völlig an mir vorbei gezogen ist.
Schöne Szenen gibt es, wenn sich die Band um Mr. Dreadlock-Drummer versammelt, um dort mit dem Rücken zum Publikum ausgiebig zu musizieren. Da scheint einiges, an Lust und Feuer, vorhanden zu sein. Bei Balladen wie „45“ gehen nach Aufforderung die Feuerzeuge an und leuchtende Handys werden in die Luft gehalten…
Die Rhythmus-Fraktion gibt sich, wie gesagt, äußerst Hair-Metal-mäßig und so verwundert es nicht, dass Zach Meyers und Eric Bass (kein Gag, welches Instrument er wohl spielt?) am Ende mit freiem Oberkörper weiterrocken. Nick Perri behält seine Klamotten an, obwohl er schon mit Tausendsassa Perry Farrell zusammengespielt hat. So was.
Musikalisch ist man so amerikanisch, wie eine amerikanische Rockband nur klingen kann: Wie eine Mischung aus den STONE TEMPLE PILOTS und Formatradio-Rockern wie NICKELBACK oder STAIND, garniert mit STONE SOUR Riffs. Das kann man mögen oder nicht, den Innovationspreis gewinnt man damit sicherlich nicht, dennoch agieren die Jungs recht vielseitig und legen eine ordentliche Show aufs Parkett (auch wenn der Sound recht schwammig ist und die Drums viel zu mächtig abgemischt sind). Als Support für DISTURBED waren die Herren jedenfalls eine recht weise Wahl und auch das Publikum schien sehr zufrieden…

Nach elend langer Pause, aber guter Pausenmusik (Old-School-Eighties-Metal und „Got the time“ von ANTHRAX… Yippiieh!) durfte dann endlich das stets verhüllte Schlagzeug (selbst beim Soundcheck!) enthüllt werden und Frontmann David Draiman wurde im Hannibal Lecter Outfit auf die Bühne gefahren. Dass ließ schon mal auf einiges hoffen!
Aber kaum der Zwangsjacke entfleucht musste erstmal ein kleiner Schreck verdaut werden: Was ist denn mit Mr. Draiman los?! Stellenweise fahrlässig lustlos agierend und phasenweise sehr mit seiner Stimme kämpfend (Bei „Land of Confusion“ wurde die richtige Stimmlage erst nach ein paar Anläufen gefunden… natürlich trotzdem toll, viele junge Menschen zu dem Genesis Kracher „OHOHOH“ singen zu hören!) machte dieser einen recht müden Eindruck. Zuviel gefeiert letzte Nacht (laut Donegans Aussage war man auf dem Hamburger Berg, Tischfussball spielen…) oder hat er sich einfach „The Sickness“ (No pun intended!) eingefangen? Man weiß es nicht, aber sein Auftreten hat die Qualität des Gigs doch ein wenig runter gezogen. Aber zum Glück sind da ja noch die restlichen Mitglieder, die sich sichtlich Mühe gaben… und natürlich die Armada an Hits, die die Rocker aus ihrem Hut zaubern können!
So war Gitarrist Dan Donegan dann wirklich der, der fast alleine für die Bühnenshow zuständig war. Hardcore-Sprünge, schöne Solis und Flirten mit weiblichen Fans wurde vom Sympathiebolzen ausgiebig zelebriert und so flogen bald die Schweißtropfen über die Bühne und das Hemd klebte dementsprechend klatschnass an seinem Körper. Aber auch Basser John Moyer bewegte sich recht viel, sang des Öfteren mit und verteilte lustig Plektren unter den Fans…

Mike Wengren arbeitete solide hinter seinem riesigen Drumset, welches eigentlich nur im Zugabenteil, bei seinem Drum-Solo (ein unweigerliches Zeichen, dass man es mit einer erfolgreichen ROCK-Band zu tun hat) richtig zur Geltung kam. Die Fans ackerten mit, die Fäuste wurden in die Luft gereckt (wo blieb eigentlich „Ten Thousand Fists“?), die Füße auf dem Boden gestampft und fleißig „DISTURBED“-Chöre angestimmt. Da gibt es wahrlich nichts zu meckern. Die Setlist war ausgewogen, alle Longplayer kamen zum Zuge, wobei mir die Tracks der letzten beiden Alben einfach mehr zusagen. Dann hieß es auf einmal „Thank You!“ und die Band entschwand hinter die Bühne…

Nach einer recht langen Pause kamen DISTURBED natürlich doch noch einmal zurück und spielten, unter anderen, den Klassiker „Down with the Sickness“, wo das Publikum erst einmal angeschmiert dastand, indem einfach der Beginn des Abgehparts verzögert wurde. Großes Gelächter allenthalben, aber danach ging natürlich der Problembär ab…
Dann war nach kurzer Verabschiedung ganz schnell Schluss und keiner der Zuschauer versuchte noch eine weitere Zugabe herbeizuführen. Strange, aber anscheinend waren alle der Meinung, dass jetzt einfach mal gut war…

Da muss man gar nicht lange nach einem Fazit suchen, ich zitiere eine Diskussion zwischen zwei Besuchern, die sich hinaus, in das regnerische Hamburg drängelten: „Wat willste denn?! Perfekt runtergespielt. Fertig. Aus.“ Dem ist nichts hinzufügen.

Rating:

★★★☆☆

Deine Meinung:

Unerhört!Wenns denn sein mussSolide KostFast-KlassikerKlassiker
(2 votes, average: 5 out of 5)
Loading ... Loading …

SimpleViewer requires Macromedia Flash. Get Macromedia Flash.
This is a WPSimpleViewerGallery


SimpleViewer requires Macromedia Flash. Get Macromedia Flash.
This is a WPSimpleViewerGallery

Alle Fotos: Sandra Dürkop

  • Share/Bookmark

Discussion

No comments for “Shinedown / Disturbed – Live in Hamburg 2008”

Post a comment

You must be logged in to post a comment.