Meta

Ort: Hamburg / Knust

Datum: 29.01.2009

Featuring:

DEADLOCK

THE HAUNTED

ALL THAT REMAINS

Konzerte

DEADLOCK / THE HAUNTED / ALL THAT REMAINS – Live in Hamburg 2009

DEADLOCK / THE HAUNTED / ALL THAT REMAINS – Live in Hamburg 2009

Drei Bands für ein Halleluja! Ein doch sehr gemischtes Trio konnte schon im Vorfeld das Hamburger Knust ausverkaufen, ein weiteres Zeichen für die Aufweichung alter Grenzen und musikalischer Trueness-Zänkereien!

Beginnen sollten den Abend überpünktlich die deutschen Melodic-Death-Tech-Pop-Metaller (mit Straight-Edge-Ambitionen) von DEADLOCK, die sich überraschenderweise sehr tight und publikumswirksam in Szene setzen konnten. Hauptaugenmerk lag natürlicherweise bei der zierlichen Front-Elfin Sabine Weniger, die mich mit ihrem Gesang wirklich überzeugen konnte, vermutete ich doch eher Produktionstricks als wirkliches Können hinter den Tonträger-Vocals. Aber Nichts da! Klar und deutlich kamen die Lyrics über ihre Lippen und natürlich provozierte ihr Äußeres ein unvermeidliches „Ausziehen!“ bei einigen Unverbesserlichen. Aber auch davon ließ sie sich nicht irritieren und so machte Frau Weniger deutlich, warum sie von der Gastsängerin zur Frontfrau aufstieg… So hatte Schreihals Johannes Prem einen schweren Stand, denn seine Growls kamen recht dünn und arg verzerrt aus der PA gekrochen und auch bei den größtenteils neuen Songs, die in den 30 Minuten präsentiert wurden, lag das Hauptaugenmerk auf den catchy cleanen Refrains seiner Partnerin. Der Rest der Band agierte souverän, der Sound war ein wenig matschig, aber das (vorwiegend) junge Publikum ging von Anfang an überraschend gut mit! Schon nach Lied Nummer zwei musste man sich in Deckung begeben, denn der Circle-Pit und die Mosh-Arena wurden eröffnet (unter großer Beteiligung des weiblichen Geschlechts!). Die ersten Reihen gaben sich textsicher und so muss konstatiert werden, dass DEADLOCK im Begriff sind, zumindest in der Heimat, eine große Nummer zu werden (wobei man natürlich nicht vergessen sollte, dass die Band sich bereits im 12. Jahr ihres Bestehens befindet). Lifeforce wird es freuen.

Und dann: THE HAUNTED. Mancher Altgestandener Metaller mochte sich fragen, warum ihre Schweden-Lieblinge vor den Amis auf die (kleine) Bühne des Knust mussten, aber da sich die beiden Bands als Co-Headliner die Klinke in die Hand drückten, spielten zumindest beide Bands ein 60 Minuten Set. Und die 60 Minuten, die THE HAUNTED lärmten, sorgten allemal für eine Egalisierung des Eintrittspreises! Peter Dolving (der auch schon bei MARY BEATS JANE röhrte) alleine dürfte als sympathischer Brummbär mit Schelmenhaften Lächeln für den einen oder anderen Höhepunkt gesorgt haben. So wurden die Vocals meist auf dem Boden kriechend oder mit stolz hervor gereckten Bierbauch präsentiert und das Publikum begann jetzt endgültig damit, sich selbst Auseinander zunehmen (inklusive Wall of Death). Zwei einsame Mitarbeiter des Knust (durch eine nicht vorhandene Absperrung doppelt gefordert) versuchten die Stagediver abzubremsen, hatten dabei aber wenig Erfolg. Peter nahm es mit Humor und freute sich augenscheinlich darüber, während ALL THAT REMAINS eine eher Zuschauerfreie Bühne favorisierten. Schließlich musste auch das Shirt des Sängers weichen und es kam ein „durchtrainierter“, Sinnspruchverzierter Körper zum Vorschein, der auf manch gekillte Bierkiste Hinweise gab. Aber einen schönen Mann kann nichts entstellen und der Rest der (inoffiziellen) AT THE GATES-Nachfolger unterstützte den Frontmann tatkräftig dabei, den Laden unter Strom zu setzen! Das größtenteils neue Material bot genug Spielraum für thrashige Abgehparts, Twin-Guitars und stellenweise doch recht Stoner-mäßige Groove-Rhythmen, sodass Jung und Alt gleichermaßen begeistert waren und Zugaberufe unvermeidlich wurden. Auch schön die Absage an Gewalt auf den Tanzflur und die bewegenden Worte darüber, dass THE HAUNTED anscheinend endlich viele Leute mit ihrer Musik erreichen… Herr Dolving schien diese Danksagung an das Publikum eine Herzensangelegenheit zu sein und konnte damit weitere Pluspunkte sammeln, die auf Integrität und Liebe zur Musik schließen ließen. Hatten mich die Tonträger nie recht gefesselt, so muss man sagen, dass THE HAUNTED live eine runde Sache sind. Hat Spaß gemacht!

So langsam war es im Knust unmöglich an kühles Nass zu kommen, die Thekenkräfte konnten dem nicht endenden Strom der feierwilligen Meute kaum gerecht werden, da war es auch schon so weit und ein Teil des amerikanischen Metalcore-Triumvirats machte sich daran zu beweisen, dass man in den letzten Jahren einiges gelernt und stark an seiner Bühnenpräsentation gearbeitet hat. So wurde die Live-Präsentation von Philip Labonte (der bei SHADOWS FALL begann) häufig stark kritisiert: Die Stimme als zu kraftlos und meist off-key tituliert. Davon war am heutigen Abend aber nichts zu merken! Voller Power, wenn auch leicht arrogant agierend, tigerte Phil über die Bühne und überließ dem Saal häufig die catchy Mitsing-Refrains, die lauthals mitgeröhrt wurden! Auch hier wurde recht zügig das Shirt (mit geschmackvollen EVERY TIME I DIE – Schriftzug) gelüftet, aber im Gegensatz zu den Schweden, herrscht bei den Amis Work-Out-Alarm. Gepiercte Nippel und Schwabbelbauch lassen amerikanische Mädchen wohl eher erzittern, deswegen gab sich Herr Labonte durchtrainiert und HENRY ROLLINS nacheifernd. Was die Rhythmusfraktion ablieferte war durchgehend tight und fehlerfrei, wobei das absolute Highlight Drummer Jason Costa (Ex-DIECAST) war, der präzise, cool, einfach fantastisch spielte! Man bedenke wer schon alles für die Band getrommelt hat: Tim Yeung (DIVINE HERESY) und Shannon Lucas (BLACK DAHLIA MURDER) standen schon im Dienste der Springfielder Melodic-Metalcoreler, aber dieser Mann hat einfach Stil! Auch Oli Herbert und Mike Martin an den Gitarren spielten ebenso gnadenlos überzeugend ihre Riffs und wurden von der etwas unscheinbaren Jeanne Sagan am Bass unterstützt, die sich aber durchaus zwischendurch beim Lächeln erwischen ließ. Alle Hits der letzten drei Alben kamen zum Zuge, wobei ersichtlich wurde, dass viele Fans tatsächlich schon länger auf eine Wiederkehr in deutsche Gefilde gehofft hatten und nicht erst seit „Overcome“ (welches sich in den Staaten mittlerweile im sechsstelligen Bereich verkauft hat) dazu gestoßen sind. So wurde auch schon nachmittags im ungezwungenen Gespräch vom Tourmanager bestätigt, dass sich ATR in diesem Jahr sicherlich noch öfter auf deutschen Boden befinden werden… Uns kann es nur recht sein, denn die Show machte Lust auf mehr und sollte einige kritische Stimmen verstummen lassen haben!

Als Fazit kann es nur eines geben: Kurzweiliger, intensiver Konzertabend, der aufgrund des abwechslungsreichen Line-Ups kaum zu toppen war. Glückliche, erschöpfte Gesichter sah man zuhauf und jede Band wird sicherlich Fans, der jeweils anderen Mitstreiter, als Freunde hinzugewonnen haben. So soll es sein! Aber eine größere Location wird unvermeidlich werden…

Setlist THE HAUNTED

Little Cage
The Drowning
Trespass
Intro Premonition
The Flood
The Medication
Moronic Colossus
Intro Boots
D.O.A.
All Against All
In Vein
Trenches
Dark Intentions
Bury Your Dead
Fault Line
99
Hate Song

Setlist ALL THAT REMAINS

Air That I Breathe
Undone
Catalyst
Not Alone
Weak Willed
Chiron
It Dwells
Before The Damned
Indictment
Six
Salvation
We Stand
Two Weeks
This Calling

Rating:

★★★★☆

Deine Meinung:

Unerhört!Wenns denn sein mussSolide KostFast-KlassikerKlassiker
(1 votes, average: 4 out of 5)
Loading ... Loading …

SimpleViewer requires Macromedia Flash. Get Macromedia Flash.
This is a WPSimpleViewerGallery


SimpleViewer requires Macromedia Flash. Get Macromedia Flash.
This is a WPSimpleViewerGallery


SimpleViewer requires Macromedia Flash. Get Macromedia Flash.
This is a WPSimpleViewerGallery

Alle Fotos: Sandra Dürkop

  • Share/Bookmark

Discussion

No comments for “DEADLOCK / THE HAUNTED / ALL THAT REMAINS – Live in Hamburg 2009”

Post a comment

You must be logged in to post a comment.