Artist: U2
Title: Boy / October / War / The Unforgettable Fire
Label: Island / Universal
VÖ: 18.07.2008
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Meine Güte! Ganz schönes Päckchen, das Universal hier geschnürt hat! Flatterten mir doch die ersten drei U2-Alben in Deluxe-Ausführung auf meinen Schreibtisch…und was soll man sagen? Alleine die Haptik sollte Kaufgrund genug sein, sich diese Vorzeige-Editionen zuzulegen!
Die-Hard-U2-Fans werden ihre bisherigen Ausgaben sicherlich freudig austauschen wollen, denn das Remastering wurde von The Edge überwacht und abgenickt, dementsprechend gelungen erklingen die remasterten Cuts. Gott sei Dank wurde dem allgemeinen Trend zur durchgehenden Lautstärke widerstanden (Recherchieren Sie bitte unter dem Begriff „Loudness War“) und dadurch die Atmosphäre der Original-Aufnahmen erhalten.
Neben den 2-CD-Luxus-Ausführungen, erscheinen die neuen Editionen auch als Single-Disc mit wiederhergestellten Artwork, Lyrics, 16-Seiten-Booklet und Liner Notes von verschiedenen Musik-Kritikern.
Für Vinyl-Freaks werden die Alben in 180g Vinyl in ursprünglichen Artwork und originaler Tracklist veröffentlicht (und für Banausen gibt es natürlich den digitalen Download…).
Richtige Schmuckstücke sind aber die Deluxe-Ausführungen, die im ultrastabilen, schweren Schuber daher kommen und kleine schwere Hardcover-Büchlein enthalten, in denen jeweils vorne und hinten eine CD steckt. Hält für eine Ewigkeit. Hier sind ebenfalls die Liner-Notes und Texte zu finden, darüber hinaus aber auch noch eine Menge rarer Fotos und Anmerkungen von The Edge zu den Bonus-Cuts…
BOY

BOY erschien 1980 und konnte noch nicht für große Furore sorgen und stieg in den amerikanischen Billboard-Charts bis auf Platz 63, in den englischen bis auf Platz 52. Das Cover wurde für die Staaten geändert, da das Label augenscheinlich Angst hatte, dass U2 beschuldigt werden könnten, unterschwellig Pädophilie zu propagieren… (dafür fand das Album dann in der amerikanischen Schwulen-Szene Beachtung…) Cover-Model Peter Rowan sollte aber nicht das letzte Mal auf einem U2-Sleeve zu finden sein.
Auf BOY klimpert es noch an jeder Ecke nach TELEVISION, SIOUXSIE AND THE BANSHEES und natürlich JOY DIVISION (deren Produzent Martin Hannett sollte eigentlich das Album produzieren, letztendlich übernahm Steve Lillywhite diese Aufgabe), trotzdem kann man schon erahnen, wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen würde… Vor allem die atmosphärische Gitarrenarbeit von David Evans zeigt sich hier schon in ihren Grundzügen.
Highlights der regulären Tracks sind sicherlich die erste Single „I will follow“, das CUREige „Twilight“, sowie das hymnische „Out of control“… Füllmaterial á la „An Cat Dubh“ bremst das Album leider ein wenig aus.
Ein immer noch spannendes Album, das im Zuge der neuerlichen Generation der zitierenden britischen Bands (INTERPOL, EDITORS, FRANZ FERDINAND) und JOY DIVISION-Hysterie regelrecht in einem neuen Glanz erstrahlt.
Die Liner Notes dieser Ausgabe stammen von Paul Morley (Musikjournalist, der unter anderem für den NME von 1977 bis 1983 schrieb).
Tracklist der Bonus-CD:
1. “I Will Follow” (previously unreleased mix)
2. “11 O’Clock Tick Tock” (single A-side)
3. “Touch” (single B-side from “11 O’Clock Tick Tock”)
4. “Speed of Life” (previously unreleased)
5. “Saturday Night” (previously unreleased)
6. “Things to Make and Do” (single B-side from “A Day Without Me”)
7. “Out of Control” (from Three)
8. “Boy/Girl” (from Three)
9. “Stories for Boys” (from Three)
10. “Another Day” (single A-side)
11. “Twilight” (demo) single B-side from “Another Day”
12. “Boy/Girl” (Live ) single B-side from “I Will Follow”)
13. “11 O’Clock Tick Tock” (Live) previously unreleased)
14. “Cartoon World” (Live) previously unreleased)
U2 - I will follow
OCTOBER

Das verflixte zweite Album…Man merkt OCTOBER regelrecht an, dass U2 anno 1981 nicht recht wussten, wo die Reise hingehen sollte. Die Songs wirken wie fragmentarische Momentaufnahmen („I threw a brick through a window“), die Texte sind offen religiös geprägt (gleich der Opener „Gloria“ setzt die entsprechende Duftmarke, das poppige „With a shout“ trägt den Zusatztitel „Jerusalem“) und die Band wirkt allgemein latent verunsichert.
Nichtsdestotrotz ist die Gitarrenarbeit von The Edge in Full-Effect (auch an das Piano traut sich Mr. Evans das erste Mal heran („October“), während Dudelsäcke („Tomorrow“) und andere musikalische Farbtupfer ebenfalls Einzug in den Band-Sound halten), auch die Rhythmus-Sektion tastet sich ebenfalls das eine oder andere Mal vor und spielt sich in den Vordergrund („Rejoice“). Bono findet sich langsam, aber sicher, in seinen eigenen Stil hinein, verarbeitet auf OCTOBER viel Persönliches… Die New Wave und Post-Punk-Einflüsse geraten langsam in den Hintergrund.
Von den Fans und Kritikern nicht mit ungehemmter Gegenliebe begrüßt, ist OCTOBER so etwas wie das Stiefkind in der U2-Discographie. Macht aber beim neuerlichen (oder erstmaligen) Hören einen durchaus gelungenen Eindruck und wird durch diese Ausgabe entsprechend gewürdigt.
Die Liner Notes dieser Ausgabe stammen von Neil McCormick (Kritiker des Daily Telegraph).
Tracklist der Bonus-CD:
1. “Gloria” (Live)
2. “I Fall Down” (Live)
3. “I Threw a Brick Through a Window” (Live)
4. “Fire” (Live)
5. “October” (Live)
6. “With a Shout” (BBC session)
7. “Scarlet” (BBC session)
8. “I Threw a Brick Through a Window” (BBC session)
9. “A Celebration” (7″ Single A-side)
10. “J. Swallo” (B-side)
11. “Trash, Trampoline and the Party Girl” (B-side)
12. “I Will Follow” (Live) (B-side)
13. “The Ocean” (Live)
14. “Cry” / “The Electric Co.” (Live)
15. “11 O’Clock Tick Tock” (Live)
16. “I Will Follow” (Live)
17. “Tomorrow” (Common Ground Remix)
U2 - Gloria
WAR

Kaum eingelegt, ertönen sie wieder: Die Military-Drums, die wohl jedem- in irgendeiner Form- im Leben begegnet sind. Sei es als Rausschmeißer bei der Ü30-Party oder als gern gecoverter Track der Stadtfest-Bands dieser Welt (oder als Hardcore-Version von IGNITE).
„Sunday Bloody Sunday“ ist Pop-Geschichte und gleichzeitig Beginn der politischen Schaffenskraft der Band. „Seconds“ verfolgt die direkten Drums weiter, um gleich anschließend mit „New Years Day“ einen der besten U2-Songs überhaupt abzuliefern. Die Songs sind direkt, ausgearbeitet und strahlen Selbstsicherheit aus. Vorbei die introvertierten, religiösen und spielerischen Zeiten. Auf WAR gibt es die geballte, gebündelte Ladung an… Songs! (Auch wenn geschmackliche Entgleisungen wie „Refugee“ den Gesamteindruck ein wenig herunterziehen, man bedenke, Disco war die damals die Musik der Stunde…)
Auch die Gitarre von The Edge klang danach nie wieder so direkt, da er auf WAR die meiste Zeit auf seine heiß geliebten Echos und Relays verzichtet.
Das Album wurde zum Erfolg in der ganzen Welt und war die erste Zusammenarbeit mit ihrem Haus und Hof-Fotografen Anton Corbijn, der Boy-Model Peter Rowan erneut in Szene setzte. Gehört natürlich zu den größten Covern und Images der Musik-Geschichte…(dementsprechend gelungen ist auch das Büchlein zu dieser Ausgabe!)
Die Liner Notes dieser Ausgabe stammen von Niall Stokes (Herausgeber der irischen Zeitschrift „Hot Press“ und U2-Intimus).
Tracklist der Bonus-CD:
1. “Endless Deep”
2. “Angels Too Tied to the Ground”
3. “New Year’s Day” (7″ single edit)
4. “New Year’s Day” (USA Re-Mix)
5. “New Year’s Day” (Extended Vocal Mix)
6. “New Year’s Day” (Vocal Radio Mix)
7. “Two Hearts Beat As One” (Long Mix)
8. “Two Hearts Beat As One” (USA Mix)
9. “Two Hearts Beat As One” (Club Version)
10. “Treasure (Whatever Happened to Pete the Chop)”
11. “I threw a brick through a window” / “Without me” (Live)”
12. “Fire” (Live)
U2 - New Year´s Day
THE UNFORGETTABLE FIRE

Das Album, welches die ersten Anzeichen des kommenden Ruhmes in sich trug… Produziert von den beiden Über-Soundmagiern Brian Eno (der auch die einleitenden Worte dieser Ausgabe beitrug) und Daniel Lanois. Dementsprechend luftig, variabel und atmosphärisch gibt sich der Sound auf dem erstmals 1984 erschienenen Release. Insgesamt geben sich U2 ein bisschen künstlerischer, improvisieren mehr und suhlen sich vermehrt in ihrem Signature-Sound. Noch mehr Hall auf den Gitarren, auf Percussion ausgelegtes Drumming und ein größtenteils kryptisch mäandernder Bono sind die Markenzeichen des zeitlos guten Werkes… Weniger kryptisch, dafür ikonografisch: das Cover von Anton Corbijn. Natürlich nicht zu vergessen: Der bis dato größte Hit der Iren: Pride (In The Name Of Love), eine musikalische Widmung an Martin Luther King. Auch der Titel „The Unforgettable Fire“ gibt sich politisch, handelt es sich hierbei doch um den Namen einer Sammlung an Bildern, die Überlebende der Bombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki gemalt hatten…
Ähnlich wie bei der „The Joshua Tree“ Deluxe Box gibt es hier eine noch edlere Version, als die gehobene 2-CD Ausgabe, die eine DVD, ein Hardbook und fünf Fotografien beinhaltet. Unerlässlich für jede ernsthafte U2 Sammlung!
Tracklist der Bonus-CD:
1. Disappearing Act
2. A Sort of Homecoming (live)
3. Bad (live)
4. Love Comes Tumbling
5. The Three Sunrises
6. Yoshino Blossom
7. Wire (Kervorkian Remix)
8. Boomerang I
9. Pride (In The Name of Love)
10. A Sort of Homecoming 11.
11 O’Clock Tick Tock (single version)
12. Wire (Celtic Dub Mix)
13. Basa Trap
14. Boomerang II
15. 4th of July 16. Sixty Seconds in Kingdom Come
Tracklist der Deluxe DVD:
1. The Unforgettable Fire
2. Bad
3. Pride (In The Name Of Love)
4. A Sort Of Homecoming
5. The Making Of The Unforgettable Fire - documentary
6. MLK (at A Conspiracy Of Hope Concert 6-15-86)
7. Pride (In The Name Of Love)(at A Conspiracy Of Hope Concert 6-15-86)
8. Bad(at A Conspiracy Of Hope Concert 6-15-86)
9. Sunday Bloody Sunday (U2 at Live Aid 7-13-85)
10. Bad (U2 at Live Aid 7-13-85)
11. Pride (In The Name Of Love) - Sepia version
12. 11 O’Clock Tick Tock (Bootleg version - Live 6-29-85)
U2- Pride (In The Name Of love)
Mit „The Joshua Tree“ sollte natürlich noch ein weiterer Paukenschlag folgen. Danach ist man entweder Fan geblieben oder hat die U2 der Neuzeit ad acta gelegt. Unbestritten bleibt aber die Klasse der ersten Jahre und Alben…
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