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Artist: Randy Bradbury

Title: Antonio Villaraigosa Golden Expressway

Label: Long Beach Records Europe

VÖ: bereits erschienen

written for Stardust Magazine

Interviews

Interview Randy Bradbury (PENNYWISE / 84 DAY SYNDROME/ GLUE FACTORY)

Interview Randy Bradbury (PENNYWISE / 84 DAY SYNDROME/ GLUE FACTORY)

Klonverbot

„Diese verdammte Produktivität… Wohin mit all der Energie und meinen Songs?“, muss sich RANDY BRADBURY, seines Zeichens Bassist der MelodyCore-Urgesteine Pennywise, gefragt haben. Die Antworten gaben der Zufall und Freunde aus den Label-Umfeldern. So kann man den Mann jetzt in zwei Rollen auf einer CD erleben: Als Band in Personalunion unter dem Moniker 84 DAY SYNDROME und als Bassist von GLUE FACTORY.

„Ich hatte nie die Absicht, ein Solo-Album aufzunehmen“, bemerkt ein auskunftsfreudiger RANDY BRADBURY, „und so sehe ich das Ganze auch nicht. Aber ich schreibe und nehme die ganze Zeit Songs in meinem kleinen Garagen-Studio auf. Es macht mir Spaß. Ich nehme alle Spuren selbst auf, denn über die Jahre habe ich gelernt, Drums und Gitarre, begleitend zu meinem Gesang und Bass, zu spielen. Für mich ist es einfacher, alleine zu arbeiten. Die Songs auf „Antonio Villaraigosa Golden Expressway“ waren eigentlich als Beiträge für vergangene Pennywise-Alben gedacht, wurden aber nie benutzt. Als Mudd (Greg “Mudd” Lowther, Drummer von GLUE FACTORY) mich fragte, ob ich mit ihm ein GLUE FACTORY-Album einspielen wollte, brachte ich die Songs mit, um sie dafür zu benutzen. Eigentlich sollte es ein reines GLUE FACTORY-Album werden, aber durch verschiedene Umstände stockte das Projekt und blieb eine Weile halb erledigt. Fast wurde es gar nicht veröffentlicht, aber Bruce Pavey (In Your Face Records) und Gernot Krebs (Long Beach Records) hörten die Demos, die ich den Jungs von GLUE FACTORY gegeben hatte und schlugen Mudd vor, die Songs mit auf die geplante GLUE FACTORY-CD zu packen. Anstatt die Songs unbenutzt zu lassen, stimmte ich zu, eine Split-CD zu machen. Mudd ließ die Songs von Wendy Levine remixen. Und im Endeffekt kam eine GLUE FACTORY/84 DAY SYNDROME-Split dabei heraus. Es war alles nur ein großer Zufall.“
Und warum letztendlich 84 DAY SYNDROME? Sollte etwa damit der Zeitraum umschrieben werden, nach dem Mr. Bradbury ungeduldig wird und unbedingt wieder arbeiten muss? „Nein, auch wenn diese Erklärung fast besser als die wirkliche wäre. Der Name rührt von einem Freund aus der Highschool her, er hat ihn mir verpasst, als ich einmal nach dem Rauchen von Pot ausgeflippt bin. Eigentlich ist es richtig lustig, David Quackenbush von den Vandals hat mit mir ein catchy Jingle geschrieben, um das zu erklären. Das sollte ich eines Tages mal aufnehmen.“ So weit der Ausflug in die Sturm-und-Drang-Zeit der Jugend.
Aber wie steht es denn um den Punk Rock-Sound der heutigen Generation? Gibt es noch einen traditionellen Sound? Oder was macht das Wesen dieser Musik aus? „Punk Rock zu sein, bedeutet eigentlich, nur das zu machen, wozu man Lust hat. Das stellt schon einmal ein Problem dar, wenn von dir verlangt wird, einem bestimmten Sound treu zu bleiben. Deswegen findest du Punk in der Jugend einer jeden Generation. Sie werden den Weg bestimmen, den die Musik nehmen wird. Die Jugend hat nichts zu verlieren und ist gewillt etwas auszuprobieren. Und wenn du einem Sound treu bleiben willst, dann artet das mehr in einen Tribut aus, was natürlich auch nicht ‘Un-Punk Rock’ sein muss, wenn es das ist, was du fühlst. Mit diesen Charakterisierungen habe ich sowieso meine Schwierigkeiten“, fasst Randy zusammen und gibt gleichzeitig eine Aussicht auf sein Rentnerdasein: „Ich sage immer: So lange ich hören kann und meine Finger sich bewegen, so lange werde ich Musik spielen. Natürlich kann ich nicht sagen, was ich in einigen Jahren machen werde, denn ich tendiere dazu, den Launen des Lebens zu folgen. Aber bis jetzt wurde ich noch nie vom Punk Rock weggezogen. Ich liebe es! Und falls ich mich zur Rente setzen sollte, würde ich wahrscheinlich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Alternativ könnte ich auch ein kompletter Alkoholiker werden. Oder auf eine tropische Insel ziehen und den ganzen Tag surfen!“ Da wünscht man sich doch glatt, dass letztere Option siegen wird…
Auch auf die Frage nach dem Status quo bleibt Randy gelassen: „Ich glaube, die Antwort darauf kennst du bereits. Du könntest eine Million Leute interviewen und nur wenige würden den Status quo vorziehen. Hör dir mal den Song `Side Car Airbag` an, das ist Mikes (Mike Davis, Vocals) Tribut an den ‘50-someting’-Brummbär, der eine dermaßen große Angst vor dem Tod hat, dass er nie richtig lebt. Es ist immer Zeit für Veränderung, warum nicht gerade jetzt?“ Apropos Veränderungen. Hat es seiner Stammband Pennywise geschadet, das letzte Album für lau via MySpace zu verschenken? „Die Verkäufe waren besser als jemals zuvor. Ich denke, dass uns das nur in dem bestätigt hat, was wir schon wussten: Die Fans von Pennywise sind Pennywise. Wir schätzen unsere Fans, und wir waren froh, ihnen dieses Geschenk machen zu können“, freut sich Mr. Bradbury.
Und wie es nach dem Ausstieg vom bisherigen Frontmann Jim Lindberg weitergeht, verrät er uns auch noch: „ Pennywise ist wie einer dieser Krieger aus „300“. Wir werden verwundet, niedergeschlagen, fast umgebracht… aber wir machen weiter. Leider wollte Jim dies nicht mehr, aber die Band besteht nun einmal aus mehr als einem Mitglied. Unsere Fans wollen uns weiterhin sehen, deswegen finden wir einen neuen Sänger und werden weitermachen! Letztes Wochenende spielten wir ein großes Konzert in Kalifornien mit Slipknot, den Deftones, Cypress Hill und vielen anderen. Zoli von Ignite sprang für Jim ein und machte seine Sache großartig, es war eine tolle Show! Wir schreiben gerade an neuem Material und werden bald ins Studio gehen. Außerdem planen wir, im Januar 2010 wieder nach Europa zu kommen“, kann er alle Fans beruhigen. Auf die Frage hin, ob es Pläne gibt, seine Solo-Songs live zu performen, hat der gute Mann ebenfalls eine einleuchtende Antwort parat: „Nein im Moment nicht. In den Staaten ist es illegal, Menschen zu klonen.“

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