Artist: PHILIP SELWAY
Title: Familial
Label: Bella Union/Cooperative Music
VÖ: 20.08.2010
Autorin: Marion Müller-Klausch
Ganz ganz selten passiert das noch: Die ersten Klänge eines Albums, die Vocals setzen ein und es packt einen. Man kann kaum erwarten, wie wohl der Rest des Albums klingen wird. „Familial“ ist eine dieser Ausnahmen. Philip Selways Stimme? Die beste Mischung aus Gravenhursts Nick Talbot und Adam Olenius von den Shout Out Louds. Die erste Songzeile im Finisher „The Witching Hour“? Eine Smiths-Referenz, die hier so gar nicht unangebracht wirkt. Die Instrumentalisierung? Unaufgeregt, fokussiert, die Lyrics in den Vordergrund rückend. Philip Selway, seines Zeichens Radiohead-Drummer und damit Teil einer der größten Schwermutbands in Rock, scheint heimlich nie etwas anders gemacht zu haben, als überragende Songs wie die auf „Familial“ zu schreiben. „Beyond Reason“ lässt diese Herkunft auch noch im Ansatz erahnen – aber man muss nicht mal das R-Word bemühen, um diese Platte fast uneingeschränkt toll zu finden. „Familial“ ist Melancholie, Herzschmerz, Intimität am Anschlag. Wenn Musik so sein kann, warum dann viel zu oft anders?
Philip Selway – By Some Miracle
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