Artist: Jamaica
Title: No Problem
Label: V2 / Cooperative Music
VÖ: 20.08.2010
Autorin: Marion Müller-Klausch
Diese Franzosen! Jahrzehntelang auf der Landkarte des Rock’n’Roll eher rudimentär bis gar nicht vertreten und falls doch nur müde belächelt, dafür seit den Neunzigern im Elektrohimmel der ganz Großen, erklimmen sie jetzt Stück für Stück den Rockolymp. Phoenix haben vorgemacht wie’s geht und JAMAICA, zwei grundsympathische junge Herren aus le Paris, machen es nach. Dabei sind sie Indie, Elektro und Achtziger Rock in Personalunion. Also alles, nur: kein Reggae! Dafür wird in der Auftaktsingle und im Video „I Think I Like U2“ aus ihrem sehr unterhaltsamen Debüts „No Problem“ gleich mal auf die heimlichen Helden hingewiesen. Zum beatlastigen zwozehner Indiegestampfe gesellen sich also auch mal AC/DC-Riffs und The Police-Catchyness. Angeblich alles aus ernsthafter Liebe für die Präzision der Bombastproduktionen des Rock entstanden und völlig ironiefrei gemeint. Glauben wir jetzt einfach mal, auch wenn man sich das ein oder andere Schmunzeln bei Songs wie „Secrets“ und „Jericho“ nicht verkneifen kann. Schon in ihrer 2007 gegründeten Vorgängerband Pones Poney blitzte im Video zur Elektro-Hymne „Cross The Fader“ das subtile Rock’n’Roll-Mocking durch, das Sänger Antoine und Bassist Florent jetzt auch bei JAMAICA immer wieder einstreuen. Der krude Handshake zwischen den Dekaden, den JAMAICA zelebrieren, klingt dabei aber erstaunlich frisch und tight. Antoines sexy Vocals zwischen gegenwärtigen Portugal.The Man und frühem Mick Jagger und seine manchmal mit ihm durchgehenden Gitarrenskills gepaart mit Florents beatende Basslines passen einfach. Hilfsdrummer David gibt gerne mal Gas und treibt die elf Songs auf „No Problem“ ordentlich voran. Mit Sicherheit wird einem der ein oder andere davon beim nächsten Tanzabend begegnen – oder aber in diesem Herbst live im Club eures Vertrauens.
Jamaica – I Think I Like U2
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