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Artist: Korea

Title: The Delirium Suite

Label: Vicisolum / Rough Trade

VÖ: bereits erschienen

Written For: www.musik.terrorverlag.de

Musik

Korea – The Delirium Suite

Korea – The Delirium Suite


Förmlich aus dem Nichts tauchten die Schweden 2009 aus metallisch-melancholischen Gefilden auf und legten mit „For The Present Purpose“ ein abwechslungsreiches Album hin, welches mit einer ungeheuren Langzeitwirkung ausgestattet war. Irgendwo zwischen RADIOHEADscher Melancholie, TOOLscher Gitarrenarbeit und PORCUPINE TREEscher Weltenwanderung ergossen sich die zehn Kompositionen über den Zuhörer… und daran hat sich auch beim neuesten Streich nicht viel geändert.

Wie nicht anders zu erwarten, wurden die Regler bei der Produktion ein wenig mehr in Richtung „Bombast“ und „Glatt“ gedreht, der TOOL Einfluss mehr in Richtung A PERFECT CIRCLE gedeichselt und eine Schippe CHROMA KEY und O.S.I. (der Gitarrensound!) hinzu gegeben. In Sachen RADIOHEAD hat sich nichts geändert, stattdessen haben die vier Stockholmer unverblümt eine Cover-Version von „Street Spirit (Fade Out)“ eingespielt. Und: Welch glückliche Fügung des eigenen Könnens! Überraschenderweise sticht der Titel stilistisch nicht aus den restlichen elf Nummern heraus und fügt sich als „Quasi-Eigenkomposition“ hervorragend in den melodieseligen Fluss… Mit „From The Ashes“ hat sich glatt ein Ohrwurm im Repertoire eingenistet, während der Rest des Albums mit ein wenig zu viel Gleichförmigkeit zu kämpfen hat. Dies kann man natürlich auch positiv sehen, geschuldet dem Umstand das „The Delirium Suite“ den Zuhörer wirklich ins „Delirium“ transportieren kann. Eine klassische „Kopfhörer-Platte“ sozusagen! Zusammengehalten und getragen von der hohen, relativ spannungsarmen, aber schönen, durch und durch skandinavischen, Stimme von Michael Ehrnstén, mit der sich sicherlich nicht jeder anfreunden kann und mag. Hier spalten sich sicherlich die Meinungslager in Definitionen wie „Gesangspoet“ oder „Jammerlappen“ Einen richtigen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: einzig „Prozac Gen.“ nervt ein wenig mit seiner aufgesetzten Elektronik-Attitüde, die zurzeit vielleicht unwahrscheinlich hip ist, aber im KOREA-Kontext irgendwie fehl am Platze wirkt. Hoffentlich wird in dieser Richtung nicht weiter experimentiert, denn hier geben sich KOREA arg beliebig.

Unumwunden kann konstatiert werden: „The Delirium Suite“ ist „For The Present Purpose“-V.02. Keine Runderneuerung, sondern Fortsetzung und Feinschliff. Wer Schwedenhappen zum Frühstück braucht und sich mit KATATONIA in den Schlaf wiegt, dem sollten KOREA auch zu einem Mehr an Lebensqualität verhelfen.

“KOREA – GPHH38 (from “The Present Purpose”)”
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Rating:

★★★½☆

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