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Artist: The Satellite Year

Title: Mission: Polarlights

Label: Midsummer Records / Cargo

VÖ: Bereits erschienen

Written For: www.musik.terrorverlag.de

Musik

The Satellite Year – Mission: Polarlights

The Satellite Year – Mission: Polarlights


Der Sommer naht, der April stellte schon einmal Hitzerekorde auf, Flora und Fauna erwacht, alles erstrahlt im grünen Glanz… Und was erwarten ein paar Jungspunde aus Saarbrücken von uns? Das wir uns in dieser Jahreszeit mal eben auf die Suche nach sehnsüchtigen, alles überstrahlenden Polarlichtern machen. Und folgt man diesem Rat heißt es: Aurora borealis! Aurora australis! Nie habt ihr schöner gefunkelt!

Es ist schon beeindruckend mit welcher Chuzpe und Selbstsicherheit das Sextett auf ihrem ersten richtigen Longplayer (2008 gab es eine EP, 2009 dann eine Download-Only-Single) agiert. Zwischen melodischem (Post)-Punk und Hardcore, flitterigen Elektro-Einlagen, alternativem Geschrammel mit Indie-Einschlag und einer Prise (alle Mann festhalten!) Emo changieren die dreizehn Goldstücke (inklusive kleinen, fein ausgearbeiteten, atmosphärischen, instrumentalen Interludes!) an denen man kaum ein Haar in der Suppe finden mag. Vielleicht das das Album fast schon zu gewollt perfekt daher kommt und auf Anhieb alles ein wenig zu glatt erscheint. Das passende Manko dazu: Die Produktion wirkt ein wenig unterkühlt, ein wenig steril und synthetisch (die Snare leidet darunter am meisten). Weniger Höhen, mehr Tiefen wären für das Ohr angenehmer gewesen, aber dies ist nun mal eine durchgängige Krankheit der modernen State-Of-The-Art-Produktionen und schmälert den Hörgenuss nicht allzu merklich. Lässt man aber das Album zum wiederholten Male auf sich wirken, wird die vermeintliche „Glätte“ durch schicke, instrumentale Ideen aufgebrochen, an denen sich auch elitäre Musikkritiker gesund stoßen können. Die Gitarre flirrt durch den Äther, die Synthies weben kleine Klangteppiche des Glücks und Frontmann Daniel Rimedio gibt sich erfolgreich Mühe, nicht allzu gleichförmig durch die Kompositionen zu huschen. Und auch Sprachenthusiasten jauchzen vor Freude angesichts solcher Songtitel wie „Citizens, Districts, Telescopes“, „You Are Fiction/I Am Actor“ oder „A Campus: A Heart: A Star“.

Im Gesamteindruck muss man einfach konstatieren, dass es zurzeit keine andere deutsche, ja europäische Band gibt, die dermaßen beseelt nach einem lupenreinen US-Import klingt. Wenn man ehrlich ist, fällt einem nicht mal eine US-Band ein, die in letzter Zeit so positiv in Erscheinung getreten ist. THE SATELLITE YEAR wollen nach den Sternen greifen, wollen im Radio gespielt, aber auch gleichzeitig ernst genommen werden. Jeder Song ist ein Treffer, der Sommer ist in Greifweite, der Refrain bohrt sich in das Ohr. Dennoch fällt ein Titel wie „“C“ Is For Competition (We May Collide)“ famos aus dem Rahmen, denn zu zarten, tanzbarem Beat gesellt sich eine Frauenstimme (Kristina Neuwert, of „Popstars“-Fame!) und leichtes Gitarrenzirpen. Dieser Song macht deutlich: diese Band kann alles, hat alles im Griff und überzeugt grenzenlos mit Ihrer Mischung… und das Ganze ohne zerfahren zu wirken. Wahnsinn! Das Ganze dann noch flankiert von vermeintlich simplen Geschützen wie „Because This Ain´t Vegas“, „Scene Scene Scenery (We Are So Far From Perfect“, „Give Up. God!“ oder dem fast schon unverschämten Ohrwurm „Jelly Jelly, How To Survive Such A Trip?“, fertig ist das perfekte, alternative Pop-Album!

Wer sich vorstellen kann sein Herz an eine musikalische Mischung aus den GET UP KIDS, ANGELS & AIRWAVES, OWL CITY, POSTAL SERVICE und den ALL-AMERICAN REJECTS zu verlieren, der möge umgehend zugreifen! Hätte der Autor dieser Zeilen zehn verbitterte Jahre weniger auf dem Buckel, würde ein Poster dieses unglaublichen Sextetts dessen Zimmer schmücken! Mann muss einfach einen großen Respekt für diese zielsichere Leistung haben! Und noch einmal die Repeat-Taste gedrückt….

“The Satellite Year – Album Trailer”
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Rating:

★★★★½

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