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Artist: Caleya

Title: Trümmermensch

Label: Midsummer Records / Cargo

VÖ: Bereits erschienen

Written For: www.musik.terrorverlag.de

Musik

Caleya – Trümmermensch

Caleya – Trümmermensch


“Spürst Du die Hoffnung stirbt in unseren Armen, ein kleiner Tod ist all das was uns bleibt. Diese Augen grau in grau, Das Sehen ist zum scheitern verdammt…“ Diese lebensfrohen Zeilen aus „Akrasia“ zeigen den Weg des Elends, den CALEYA bereit sind zu gehen. Passend dazu in einem grauen Digipack eingebettet, erscheint das zweite Album der fünf Hamburger auf, dem doch eigentlich so lebensfrohen Label des Vertrauens, Midsummer Records. Sechs Tracks in knapp 42 Minuten (davon ein Bonustrack, der letztes Jahr auf einer Split mit den Labelmates von THE HIRSCH EFFEKT erschienen ist), Songtitel, die alle mit „A“ beginnen: Alles deutet auf ausufernden Post-Rock hin, der seine Wurzeln im Hardcore hat. Dieses Versprechen lösen CALEYA auch mit „Trümmermensch“ ein, wenngleich der große Überraschungseffekt leider ausbleibt

Nachdem der Erstling „These Waves Will Carry Me Home“ noch auf Englisch reüssierte, macht der „Trümmermensch“ (mit Ypsilon Umlaut) nun trendgerecht mit recht poetisch-pathetischen Untergangs-Texten in deutscher Sprache auf sich aufmerksam, die ohne Studium der gutturalen Laute aber kaum zu dechiffrieren sind. Womit wir gleich beim Schwachpunkt des Albums wären, denn durch das latent Abgehobene, nicht verständliche, wird eine unmittelbare Wucht verhindert. Stattdessen wird verstärkt die „Kopf-Statt-Bauch-Karte“ gespielt, die das ganze musikalische Geschehen gerade zu Beginn doch ein wenig zu unnahbar erscheinen lässt. Was natürlich erst einmal schade ist, da musikalisch eigentlich alles im grünen (grauen) Bereich ist, wenn auch die instrumentalen Pfade bereits zu Genüge von anderen Bands erkundet wurden. Das alte „Laut-Leise-Unverzerrt-Verzerrte-Gitarre-Spiel“™ ermüdet dennoch leider mittlerweile recht schnell, wenn keine einnehmenden Schlenker eingebaut werden… und diese sind auf dem Zweitwerk leider ein wenig zu rar gesät. Herausragend ist da am ohrenscheinlichsten ein Track wie „Anima“, der mit cleanen Gitarren und Gesang eröffnet und sich langsam in einen Taumel hineinsteigert, der den Zuhörer zu umgarnen weiß. Hier spielt die Instrumentalfraktion ein wenig lebendiger auf, das Schlagzeug grooved im Mittelteil dominant und eine Violine findet ebenfalls ihren Weg in die Komposition. Zudem wird hier deutlich, dass Tobias Lietz ein famoser Frontmann ist, wenn er doch das altbekannte Screamo-Schema des „klarer Sprechgesang knallt auf fieses Gegrowle“ ein wenig variiert.

Der aufgeschlossene, gern auch studierte, Post-Screamo-Coreler, Freunde von CULT OF LUNA, ISIS oder ESCAPADO, die auch in der Sommerzeit ihren Winter-Blues ausleben müssen, dürfen gerne ein Ohr riskieren… ein Fehler wird damit sicherlich nicht begangen. Alle anderen gehen wieder THE SADDEST LANDSCAPE hören…

“Caleya – Live in HH”
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Rating:

★★★☆☆

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