Meta

Artist: Japanese Voyeurs

Title: Yolk

Label: Spinefarm Records / Universal

VÖ: bereits erschienen

Written For: www.musik.terrorverlag.de

Musik

JAPANESE VOYEURS – YOLK

JAPANESE VOYEURS – YOLK


Grenzdebiler Bandname, grottiges Cover und ein Plattentitel straight aus dem Irrenhaus… Die japanischen Voyeure führen den Zuhörer zurück auf den steinigen Weg in die Neunziger, denn wie die äußerlichen Anzeichen richtig deuten: Hier wird neo-gegrunged bis Mutti das Holzfällerhemd wieder flicken und bügeln muss!

Man stelle sich vor, NIRVANA würden “Bleach” neu einspielen, anstatt Kurt, hätte sich aber ein verstrahltes Barbie-Püppchen am Mikro eingefunden, die aus wohlbehüteten Hause stammt, aber “derbe” ihre “schlimme” Vergangenheit aufarbeiten muss. Um auch nicht zu böse zu klingen, musste Jack Endino natürlich zuhause bleiben, dafür durfte der “Autotune-König” (BIFFY CLYRO Live-Album anyone?) und KORN-”Star-Produzent” GGGarth Richardson seine Finger über den Mac huschen lassen. Klingt natürlich arg polemisch, hat aber leider seine Berechtigung… Die Gitarren kennen wirklich nur die vier Powerchords (“Milk Teeth” zur Verdeutlichung aller Vorwürfe bitte einmal anhören), “Stop and Go-Parts” und schrägen Wischer, die “den” Grunge zu seiner Hochzeit ausmachten. Die Drums sind unspektakulär, der Bass natürlich präsent, aber Dreh- und Angelpunkt ist nun einmal die “Torture-Pieps-Elmo-Stimme” von Romily Alice. Wer damit nicht klar kommt, kommt auch mit dem Rest nicht klar… aber wenn man ehrlich ist, ist das auch kein großer Verlust, da gibt es noch genug Alben, die man stattdessen hören kann (Vielleicht mal PET mit ihrem gleichnamigen Album aus dem Jahre 1996 zu Rate ziehen!). Zur Ehrenrettung sei dennoch gesagt, dass die Songs durchaus gut adaptiert sind und eigentlich manchmal auch über nette Melodien verfügen, nur Eigenständigkeit geht anders. Warum DINOSAUR JR. Quengelgott J. Mascis auf “Feed” leise im Hintergrund zu hören ist, lässt sich vielleicht mit dem anständigen Äußeren vom Alice aus dem Wunderland erklären… Auch Musiker haben Bedürfnisse!

Als einen weiteren Beleg dafür, wie lustlos dieses Album vom Rest der schreibenden Welt beurteilt wurde, kann man mal eben den Fakt heranziehen, dass im Promozettel von KYUSS und PJ Harvey fantasiert wird und die Kollegen vom “Rock Hard” dies auch prompt als Eckpunkte präsentierten. Der KYUSS-Einfluss ist ausgemachter Blödsinn (da hilft es auch nicht, dass der Gitarrist Shirts von der Band trägt) und PJ HARVEY hat höchstens auf Ihrem Debüt “Dry” einen Song lang einen ähnlichen Sound fabriziert. Wo der “NME” PANTERA gehört haben will, lässt sich wirklich nur mit einer Anzeigenschaltung erklären… Die JAPANESE VOYEURS machen reinen Neo-Grunge, da beißt die Maus keinen Faden ab. Live mag die Band vielleicht ihre Qualitäten haben, auf Tonträger wirkt “Yolk” aber einfach nur uninspiriert und antiquiert…

“Japanese Voyeurs – Milk Teeth ”
(Either JavaScript is not active or you are using an old version of Adobe Flash Player. Please install the newest Flash Player.)

Rating:

★★☆☆☆

Deine Meinung:

Unerhört!Wenns denn sein mussSolide KostFast-KlassikerKlassiker
Loading ... Loading …
  • Share/Bookmark

Discussion

No comments for “JAPANESE VOYEURS – YOLK”

Post a comment

You must be logged in to post a comment.