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Artist: Family

Title: Portrait

Label: Pelagic Records

VÖ: bereits erschienen

Written For: www.musik.terrorverlag.de

Musik

FAMILY – Portrait

FAMILY – Portrait


Oh Ha! Passend zur FAMILY Reunion scheint die Band um Roger Chapman tatsächlich ein neues Album aufzulegen… Aber halt!? Pelagic Records? THE OCEAN, Prog-Sludge-Krach-Alles-Mögliche-Gedöns-Label? Da passt wohl etwas nicht zusammen. Und aus Brooklyn kommen die britischen Alt-Rocker wohl auch nicht. Legen wir die Promo-Scheibe wohl lieber erst einmal ein, bevor der Rezensent auf den falschen Zug aufspringt…

Und was letztendlich nach dem Drücken der Play-Taste durch die Boxen fegt, passt lupenrein in das vorherrschende Bild des umtriebigen Labels und macht unmissverständlich klar, dass hier wohl eine etwas andere “familiäre” Band zu Werke gehen muss. Tonnenschwere Gitarren, schleppende, leicht verquere Beats und, natürlich, eindimensionaler, ober-heiserer Schrei-Gesang, der keine Erholung oder Gnade kennt. Und gerade dieser Eindruck sorgt erst einmal für leichtes Gähnen, da diese Spielart in letzter Zeit nun wirklich langsam bis ins Letzte zelebriert wurde… Das Ganze begünstigt durch den Umstand, dass die Vocals wirklich komplett austauschbar erscheinen, wenngleich natürlich überzeugend vorgetragen sind.

Zu Beginn denkt man an nicht zu verkopfte MASTODON, an die Working-Class Variante von BARONESS und natürlich an Labelmates wie EARTHSHIP oder ABRAHAM… Man kennt das Spiel. Aber halt, der überkandidelte Begleittext des Labels faselt doch etwas von LED ZEPPELIN und TOOL. Wo denn das bitte? Ach, beim vorletzten Track namens “Othermother” kommt tatsächlich ein kleiner TOOL-Part zum tragen, Classic-Rock kann dort auch ausgemacht werden, aber der ZEPPELIN-Vergleich bleibt utopisch und verwegen (von der Erwähnung MARS VOLTAS sehen wir auch noch freundlicherweise ab). Aber dennoch baut sich gegen Ende des Albums doch eine größere Spannung auf, vor allem da die instrumentale Fraktion durchaus über ein solides, rockistisches Fundament verfügt und die Vocals vermehrt in der Kehle belassen werden. Hervorzuheben sei die Gitarrenarbeit, dessen zwei Protagonisten sich durchaus spannende Duelle zwischen Harmonie und Zerstörung liefern. So laden FAMILY dann doch noch zu einem recht spannenden Trip ein, der das Leben einer “dysfunktionellen Familie, die übernatürliche Kräfte entwickelt” beschreibt.

Spannend bleibt hauptsächlich die Frage, wie sich die Band weiterentwickeln wird, da Besetzungswechsel innerhalb des Bandgefüges schon vorgenommen wurden, und sich die musikalische Gefolgschaft schon längst sanfteren und independigeren Tönen verschrieben hat.

Fazit: Für ein Debüt durchaus beachtlich, wenngleich noch nicht durchgängig überzeugend, Potential en Masse vorhanden. Keine Schnellwirkung, sondern kontinuierliches Hören sei empfohlen. Weitermachen!

“Family – Live”
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Rating:

★★★☆☆

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