Wem die vollwertigen Re-Issues insgesamt zu teuer sind und deswegen noch nicht zugegriffen hat, der macht mit The Chrysalis Years Vol. II überhaupt nichts falsch. Box-Set-Connaisseure werden enttäuscht sein, dafür ist aber der Preis ein einfach wirklich freundliches Statement…
Moderne Hardcore-Kids, die ständig neuen Stoff zum virtuellen “Zimmer-zerstören” und “Leben-doof-finden” brauchen, werden mit LAST WITNESS sicherlich glücklich, wer mehr von seiner Lieblingsmusikrichtung erwartet, kann sich gerne wichtigeren Dingen zuwenden.
Hier schreit alles nach Konzeptalbum: 4 Kapitel aufgeteilt in 13 Songs, ellenlange Titel (“Someone Has Turned The Knob To Switch On The Light, But Instead Something Strange Happened To The Warp Engine”), 60 Minuten und 2 Sekunden Spielzeit… Hier hat sich jemand im Studio verschanzt, um den ultimativen Trip zu kreieren. Und stellenweise ist dies auch mehr als gelungen!
Grenzdebiler Bandname, grottiges Cover und ein Plattentitel straight aus dem Irrenhaus… Die japanischen Voyeure führen den Zuhörer zurück auf den steinigen Weg in die Neunziger, denn wie die äußerlichen Anzeichen richtig deuten: Hier wird neo-gegrunged bis Mutti das Holzfällerhemd wieder flicken und bügeln muss!
Unsere Wasser-Freunde sind ja bekanntlich nicht die Schnellsten, wenn es um das Komponieren neuer Straight-Edge-Hymnen inklusiver der “Positive Mental Attitude” geht, zogen doch zum Beispiel zwischen dem Major-Label-Gastspiel “Go!” und dem letzten Kracher “Nothing To Prove” mal eben sieben Jahre in das, sich stark veränderte, Hardcore-Land. Und gerade deswegen war das Album dann letztendlich so erfrischend und gelungen: Kurze, melodische Kracher, wie man sie fast für immer verloren geglaubt hatte…