Der aufgeschlossene, gern auch studierte, Post-Screamo-Coreler, Freunde von CULT OF LUNA, ISIS oder ESCAPADO, die auch in der Sommerzeit ihren Winter-Blues ausleben müssen, dürfen gerne ein Ohr riskieren… ein Fehler wird damit sicherlich nicht begangen. Alle anderen gehen wieder THE SADDEST LANDSCAPE hören…
Wer sich vorstellen kann sein Herz an eine musikalische Mischung aus den GET UP KIDS, ANGELS & AIRWAVES, OWL CITY, POSTAL SERVICE und den ALL-AMERICAN REJECTS zu verlieren, der möge umgehend zugreifen! Hätte der Autor dieser Zeilen zehn verbitterte Jahre weniger auf dem Buckel, würde ein Poster dieses unglaublichen Sextetts dessen Zimmer schmücken! Mann muss einfach einen großen Respekt für diese zielsichere Leistung haben! Und noch einmal die Repeat-Taste gedrückt….
DEFEATER machen mit “Empty Days & Sleepless Nights” wieder einmal klar, dass sie zu den festen Größen im Hardcore-Zirkus gehören, dabei aber nicht festgefahren, musikalisch vielseitig und durch und durch glaubwürdig sind. BRIDGE 9 darf sich glücklich schätzen, diese Ausnahme-Band betreuen zu dürfen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich DEFEATER wieder zu Wort melden, denn die Durchschnittslebensdauer einer Band aus diesem Genre hat das Quintett eigentlich ja schon überschritten, aber in dieser Band steckt noch mehr, soviel ist sicher…
Was unser Freddie nun schon alles in seinem samtenen Grab ertragen musste: Grusel-Rock-Musicals von Ben Elton, ersetzt von Paul Rodgers einhergehend mit schnöder Geldscheffelei, dazu passend drölfzig „Greatest Hits“-Compilations, Hunderte DVDs, eine geplante Verfilmung mit „Borat“ Sacha Baron Cohen als Neuzeit-Double und nun letztendlich die sechste (!) Neuüberspielung im digitalen Zeitalter! Ein Schelm wer Brian May und Roger Taylor wirklich abnimmt, dass es rein um Absicherung der musikhistorischen Bedeutung ginge. Wohlweislich hat sich Bassist John Deacon, seitdem er 1997 offiziell seinen Ausstieg verkündete, aus der ganzen Geschichte herausgehalten…
Förmlich aus dem Nichts tauchten die Schweden 2009 aus metallisch-melancholischen Gefilden auf und legten mit „For The Present Purpose“ ein abwechslungsreiches Album hin, welches mit einer ungeheuren Langzeitwirkung ausgestattet war. Irgendwo zwischen RADIOHEADscher Melancholie, TOOLscher Gitarrenarbeit und PORCUPINE TREEscher Weltenwanderung ergossen sich die zehn Kompositionen über den Zuhörer… und daran hat sich auch beim neuesten Streich nicht viel geändert.