DEFEATER machen mit “Empty Days & Sleepless Nights” wieder einmal klar, dass sie zu den festen Größen im Hardcore-Zirkus gehören, dabei aber nicht festgefahren, musikalisch vielseitig und durch und durch glaubwürdig sind. BRIDGE 9 darf sich glücklich schätzen, diese Ausnahme-Band betreuen zu dürfen. Man darf gespannt sein, ob und wie sich DEFEATER wieder zu Wort melden, denn die Durchschnittslebensdauer einer Band aus diesem Genre hat das Quintett eigentlich ja schon überschritten, aber in dieser Band steckt noch mehr, soviel ist sicher…
Was unser Freddie nun schon alles in seinem samtenen Grab ertragen musste: Grusel-Rock-Musicals von Ben Elton, ersetzt von Paul Rodgers einhergehend mit schnöder Geldscheffelei, dazu passend drölfzig „Greatest Hits“-Compilations, Hunderte DVDs, eine geplante Verfilmung mit „Borat“ Sacha Baron Cohen als Neuzeit-Double und nun letztendlich die sechste (!) Neuüberspielung im digitalen Zeitalter! Ein Schelm wer Brian May und Roger Taylor wirklich abnimmt, dass es rein um Absicherung der musikhistorischen Bedeutung ginge. Wohlweislich hat sich Bassist John Deacon, seitdem er 1997 offiziell seinen Ausstieg verkündete, aus der ganzen Geschichte herausgehalten…
Förmlich aus dem Nichts tauchten die Schweden 2009 aus metallisch-melancholischen Gefilden auf und legten mit „For The Present Purpose“ ein abwechslungsreiches Album hin, welches mit einer ungeheuren Langzeitwirkung ausgestattet war. Irgendwo zwischen RADIOHEADscher Melancholie, TOOLscher Gitarrenarbeit und PORCUPINE TREEscher Weltenwanderung ergossen sich die zehn Kompositionen über den Zuhörer… und daran hat sich auch beim neuesten Streich nicht viel geändert.
OK, Bridge 9 sind clever. Damit ihre unzähligen Highlights hell scheinen, muss auch mal etwas Durchschnitt unter dem eigenen Bandstall verteilt werden. Anders kann man nicht erklären, dass neben CRUEL HAND mit MOTHER OF MERCY neuerdings eine weitere Band unter Vertrag steht, die kaum Wegweisendes vorzuweisen mag. Aber wie man es dann auch drehen und wenden mag: richtig schlecht sind auch MOM letztendlich nicht…
Wenn gestandene Todes-Metaller ins Schwärmen geraten, das Debüt-Album “Seasons Of My Soul” als bestes nicht-metallisches Album bezeichnen, der geschmackssichere JOOLS HOLLAND aus dem Häuschen gerät und Neu-Papa ELTON JOHN voll der lobenden Worte ist, dann hat man es schon einmal mit einer Künstlerin zu tun, die über gehöriges Crossover-Potential verfügt. Und wenn man sich dieses besagte Album, welches nach fünfmonatiger Verspätung jetzt auch in unseren Gefilden erscheint, letztendlich anhört, so kann man nicht umhin, als frohlockend mit in den Jubelchor einzustimmen!